Kundenaufträge in ganz Europa
(aus einem Pressebericht zum Viernheimer Stadtjubiläum)
Riesige Stahlgeländer liegen in der Halle des Viernheimer Stahlbau-Unternehmens Babylon. Daneben überdimensionale Rohre, Metallwände und kreisförmige Mega-Behäftnisse.
Stahlbau-Produktion
Doch das scheinbare Durcheinander hat ein Konzept: Aus dem Geländer wird ein neuer Fußgängersteg, der in Mannheim - Rheinau künftig eine Brücke über die Bahnlinie schlagen soll. Die Riesenrohre sind Teil eines Maschinengehäuses, das an ein Kraftwerk geliefert wird.
Allein zehn Mitarbeiter schweißen, schrauben und montieren in der rund 1000 Quadratmeter großen Produktionshalle des Familienunternehmens in der Zeppelinstraße individuellen Stahlbau für Großkunden in ganz Europa. Drei Mitarbeiter organisieren im angrenzenden modernen Verwaltungsgebäude den kaufmännischen Bereich und führen die Geschäfte.
Das war nicht immer so. Der Betrieb, der heute im Viernheimer Gewerbegebiet seinen Sitz hat, startete als Ein-Mann-Unternehmen, und das vor genau 54 Jahren. „Mein Vater gründete damals eine Wasserinstallations-firma.
Und ich war seine erste Auszubildende", erinnert sich die ehemalige Geschäftsführerin, Inge Stumpf. Mit 14 Jahren ging sie als Schlosserin bei Heinrich Babylon in die Lehre und stieß so als eine der wenigen Frauen damals in eine Männerdomäne vor. Doch Inge Stumpf war mit Feuereifer dabei. Elf Jahre lang schweißte und schraubte sie als Schlosserin, danach wechselte sie in den Außendienst.
Erst Reparaturbetrieb
Viel zu tun gab es allemal. In den ersten Jahren kurz nach dem zweiten Weltkrieg war das noch junge Unternehmen ganz auf Reparaturarbeiten aus gerichtet. Doch schon zwei Jahre später stand die Erweiterung zur Bauschlosserei ins Haus.
Das Geschäft florierte. Bereits 1955 war der örtliche Auftragsrahmen überschritten, so dass erste Aufträge als Zulieferer von Industriebetrieben ins Haus flatterten. Auch dieser Geschäftszweig entwickelte sich so günstig, dass der Betrieb im Jahr 1976 in die das Gewerbegebiet In der Zeppelinstraße wechselte, um expandieren zu können erklärt der kaufmännische Leiter des Betriebes, Peter Schmitt.
Generationswechsel
Mit dem Tod von Firmengründer Heinrich Babylon 1976, übernahmen Inge Stumpf und ihr Mann Hans die Leitung der Geschäfte - bis vor zwei Jahren. Dann stand der nächste Generationswechsel ins Haus. Seit 2000 hat der Junior Heinrich Stumpf bei Babylon Stahlbau das Ruder in der Hand.
Breites Spektrum durch konsequente Aus- und Weiterbildung
Heute weht der Wind rauer, die schwierige Wirtschaftslage ist auch im Hause Babylon zu spüren. Doch anders als mancher Großbetrieb der Branche, hat sich der Viernheimer Mittelständler ein Rezept gegen Auftragsflaute ausgedacht: „Wir haben uns immer bemüht, ein möglichst breites Spektrum abzudecken. Durch Spezialisierung wird man zu sehr konjunkturabhängig", sagt Peter Schmitt.
Ein wichtiger Punkt sei auch die kontinuierliche Investition in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Alle zwei Jahre wird ein neuer Azubi eingestellt- entweder als Bürokaufmann/frau oder als Metallbauer/bauerin. Babylon bietet seinen Auszubildenden nach der Ausbildung in der Regel einen festen Arbeitsplatz.